Beibehaltung der Wehrpflicht
Presseaussendung der ÖUOG
Die österreichische Unteroffiziersgesellschaft (ÖUOG) tritt für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht ein.
Auf Grund der derzeit laufenden Diskussionen stellt die österreichische Unteroffiziersgesellschaft fest, dass ein abgehen von der allgemeinen Wehrpflicht nach derzeitigen Stand nicht möglich ist.
Ein Umsteigen auf ein Berufsheer ist selbst bei einer Rücknahme von Personal derzeit mit einem finanziellen Mehraufwand verbunden. Einer der Gründe liegt darin, dass die Rekrutierung von Personal den Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes entspricht und mit Gehältern vergleichbarer Tätigkeiten ziviler Firmen konkurrenzfähig sein muss. Länder, die ein Berufsheer besitzen, haben trotz eines wesentlichen höheren Anteils ihres Wehretats am BIP Probleme, qualifiziertes Personal zu finden. Der Grund liegt zumeist in der Bezahlung.
Ein weiterer Faktor ist der massive und oft lang andauernde Einsatz von Soldaten bei Elementarereignissen. Während die Helfer der freiwilligen Feuerwehren und anderer Blaulichtorganisationen auf Grund ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nach einigen Tagen wieder auf ihren Arbeitsplätzen zu erscheinen haben, können Soldaten faktisch unbegrenzt weiter vor Ort verweilen. Dies ist allerdings auf Grund des Personalaufwandes nur mit Wehrpflichtigen möglich. Eine verkleinerte Berufsarmee stünde für derartige Einsätze nicht mehr zur Verfügung. Die Schaffung eines „Technischen Hilfswerkes“ ist nicht die Lösung dieses Problems, da es wieder aus ehrenamtlichen Helfern bestehen würde.
Mit dem Ende der Wehrpflicht fällt auf alle Fälle der Zivildienst. Dies besagt schon der Artikel 4 der EU Menschenrechtskommission. Ob ein freiwilliges Sozialjahr den Personalbedarf abdeckt, ist unserer Ansicht nach fraglich.
Abschließend stellt die ÖUOG fest, dass die allgemeine Wehrpflicht und damit das Engagement junger Staatsbürger für den Staat und somit für alle Staatsbürger wichtig ist und beide, Soldaten und Zivildiener wichtiger Faktoren der Staatsgemeinschaft sind.
Linz,150610
Kellermayr Paul, Vzlt
Vizepräsident der ÖUOG
0650/9239027
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