Soldaten Prügelknaben der Nation
Soldaten Prügelknaben der Nation

Die angekündigten Kürzungen für Soldaten reihen sich nahtlos an die bereits erfolgten Reduzierungen beim Bundesheer ein. Der Stellenwert des Bundesheeres und seiner Soldaten ist in den Augen der Politik offensichtlich auf einen Nullpunkt gesunken. Die mehrjährige Ausbildung an der Militärakademie und Unteroffiziersakademie ist dem Staat schon bisher im Vergleich zum Beamten der allgemeinen Verwaltung keinen Cent wert. Dem nicht genug, nun kommt es zu einer weiteren Schlechterstellung des Soldaten.
Die seit Jahrzehnten geltende Regelung der Abgeltung einer 41. Wochenstunde für uniformiertes Personal der Streitkräfte muss eindeutig als Gehaltsbestandteil angesehen werden. Eine Streichung kommt einer Gehaltskürzung von 2 - 6 % gleich. Da dieser Gehaltsanteil auch für den Ruhegenuss von Bedeutung ist, bedeutet das also doppelt negative Auswirkungen.

Vizeleutnant Paul Kellermayr Präsident der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft
In Verbindung mit der in Aussicht gestellten Nulllohnrunde erfolgt also eine dreifache Benachteiligung der Soldaten, was keinem anderen Dienstzweig zugemutet wird.
Eine ebenfalls angedachte Kürzung der Mehrdienstleistungen bedeutet eine noch geringere Übungstätigkeit als bisher und führt zu einer erhöhten Gefährdung unserer Soldaten im In - und Auslandseinsatz.
Ein Aufnahmestopp in Streitkräften bringt automatisch eine weitere Überalterung der Armee, was sich im Hinblick auf die Einsatz- und Leistungsfähigkeit als unakzeptabler Nachteil darstellt. Eine Änderung des Dienstrechtes für Soldaten scheint zwingend geboten.
Eine Erhöhung des Investitionsspielraumes für dringend benötigte Ausrüstung kann durch alle diese Maßnahmen nicht erwirtschaftet werden.

Hauptmann HR Dr. Eduard Paulus Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft
Die Offiziers- und die Unteroffiziersgesellschaft fordern daher die Regierung auf, jenen Staatsbürgern, die in letzter Konsequenz ihr Leben für die Republik einsetzen, den entsprechenden Stellenwert einzuräumen und die über die Nulllohnrunde hinaus angedachten Gehaltskürzungen zurückzunehmen.
Wenn man für die Sicherheit der Republik Österreich keine entscheidenden Nachteile in Kauf nehmen will, muss das Sparpaket für das Bundesheer anders ausschauen.
Vizeleutnant Paul Kellermayr,
Präsident der Österreichischen Unteroffiziers- gesellschaft
Hauptmann HR Dr. Eduard Paulus,
Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft
Sparpaket: Heeresbediensteten droht Gehaltsverlust
Von Apa
Das Sparpaket hat einen neuen großen Verlierer: Fast 14.000 Heeresbediensteten drohen zusätzlich zur Nulllohnrunde Gehaltsverluste von bis zu 5,5 Prozent.
Militärs kommen durch Reform doppelt zum Handkuss
Im Sparpaket ist nämlich die Streichung des sogenannten verlängerten Dienstplans vorgesehen. Dabei handelt es sich um eine Pauschalvergütung für die 41-Stunden-Woche, die Soldaten haben. Je nach Gehaltsstufe bedeutet die Gehaltskürzung für die Bediensteten einen Verlust zwischen 300 und 1.163 Euro im Jahr, wie aus der APA vorliegenden Berechnungen der Gewerkschaft hervorgeht.
Zusätzlich ist für Beamte 2013 eine Null-Lohnrunde und 2014 nur eine moderate Gehaltsanpassung geplant.
Die Zahlen im Detail:
Chargen mit 1.492 Euro Bruttobezug im Monat verlieren 25 Euro, ein Unteroffizier mit 1.775 Euro Monatsbruttogehalt verliert 97 Euro und ein Offizier mit 2.492 Euro Gehalt verliert 119 Euro im Monat. Das sind Verluste zwischen 1,7 und 5,5 Prozent. Diese Gehaltskürzung soll im Jahr 16 Mio. Euro an Einsparung bringen.
Die Gewerkschaft bezweifelt das, denn durch die Streichung dieser Pauschalvergütung würden Überstunden anfallen. Die Ersparnis würde sich unter dem Strich auf fünf bis sechs Mio. Euro belaufen. Für die Personalvertretung ist das eine "bodenlose Sauerei", wie der Vorsitzende der GÖD-Bundesheergewerkschaft, Wilhelm Waldner, der APA sagte. Er verlangte die Rücknahme dieser "unfairen, unsolidarischen und ungerechten Maßnahme". Die Gewerkschaft macht auch auf ein weiteres Problem aufmerksam: Wenn es zu einem absoluten Aufnahmestopp beim Heer kommt, würden Hunderte Unteroffiziere und Offiziere, die derzeit an den Militärakademien ausgebildet werden, ohne Job dastehen.
Ein Aufnahmestopp sei "durchaus zu verstehen und nachvollziehbar", dürfe aber nicht nach der "Rasenmähermethode" durchgezogen werden, so Waldner.
Quelle: Salzburger Nachrichten










